Pseudonym oder Realnamen in sozialen Netzen?

Im Rahmen der Einführung von Google+ und auf Grund einiger Profilsperrungen von Google gibt es wieder einmal heftigste Diskussionen zum Thema Pseudonym oder Realname. Eine Gelegenheit, auch einmal meine persönliche Meinung zu diesem Thema zum Besten zu geben.

Google wünscht sich, dass die Nutzer von Google+ ein Profil mit ihrem Vor- und Nachnamen nutzen. Also im genauso, wie dies bei Facebook der Fall ist. Natürlich halten sich nicht alle Benutzer daran und so findet man auf den unterschiedlichen Diensten immer wieder auch Pseudonyme.

Grundsätzlich ist gegen diese Forderung eigentlich nichts einzuwenden. Schließlich würde ich z.B. auch nur  jemanden in mein Haus oder zu meiner Party Einlass gewähren, wenn ich denjenigen kenne bzw. er mir mitteilt, wie er heißt. Solcherlei Regeln aufzustellen ist jedem Dienstanbieter selbst überlassen. Wenn man damit nicht leben kann, dann sollte man sich überlegen, ob man den Dienst nutzen möchte. Man wird ja nicht gezwungen, bei Google+ teilzunehmen.

Mein Google Profil aus Sicht des Webs

Persönlich bin ich der Meinung, dass für den Hauptzweck eines sozialen Netzwerks – nämlich die Vernetzung und die Kommunikation zwischen realen Menschen – ein Pseudonym ungeeignet ist. Ich möchte schon wissen, mit wem ich es auf der anderen Seite zu tun habe.

Wie immer gibt es natürlich auch ausnahmen. So gibt es durchaus bekannte Personen, die unter einem Pseudonym oder einem Künstlernamen wesentlich bekannter sind, als unter ihrem Realnamen. In diesen Fällen kann man aber in der Regel sehr schnell eine Verbindung von Pseudonym und Realnamen herstellen. Meist präsentieren sich diese Personen mit eigenen Seiten im Internet und können dort in der Regel, z.B. über Impressum Angaben, identifiziert werden.

Trotzdem würde sicherlich nichts dagegen sprechen, wenn diese Personen in einem sozialen Netzwerk ihren Realnamen und ihr Pseudonym verwenden. Möglichkeiten hierzu gibt es auch bei Google+.

Ein wenig hat es für mich allerdings auch damit zu tun, wie ich gewisse Dienste nutze. Twitter ist ein Beispiel dafür, wo ich durchaus damit Leben kann, dass ich hier “Pseudonymen” folge. Hier interessieren mich einfach nur die Infos, die von diesen Leuten ins Netz gestellt werden. Auch bei Google+ werde ich sicherlich einige Pseudonyme in meinem “Follower-Kreis” haben.

Schwer tue ich mich aber mit Pseudonymen, wenn diese zum Zweck der anonymen Meinungsäußerung genutzt werden.  Wenn es darum geht z.B. im Rahmen von Statusmeldungen und Kommentaren miteinander zu agieren und bestimmte Themen zu diskutieren, wünsche ich mir mit Menschen zu kommunizieren, die wirklich hinter dem Stehen, was sie da von sich geben. Also wenn sie mir das auch “ins Gesicht” sagen würden, wenn die Diskussion im richtigen Leben statt findet.

Einstellungen zur Privatsphäre in Google+

Wird ein Pseudonym eher zum Verstecken der eigenen Identität genutzt, dann haben diese Personen meiner Meinung nach nichts in einem sozialen Netzwerk zu suchen.

Hier stellt sich mir die Frage, warum man anonym agieren möchte? Für mich hinterlässt das immer ein wenig den Eindruck, als ob man Dinge äußern möchte, hinter denen man nicht wirklich steht.

Schlimmer noch sind diejenigen, die solche Identitäten tatsächlich als Störer (Trolle) nutzen wollen. Und davon gibt es tatsächlich mehr als genug.

Auch die Angst, die in einigen Artikeln geschürt wird, dass man zu Öffentlich wird oder dass die Daten für diverse Zwecke gesammelt werden, kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Jeder Mensch, der sich aktuell in irgendeiner Form im Internet “präsentiert” sollte das immer mit dem Hintergedanken machen, dass entsprechende Infos auch in fremde Hände gelangen können. Sei es durch öffentliche Informationen oder sogar durch Hackerangriffe.

Hiergegen helfen nur die entsprechenden Einstellungen zur Privatsphäre und die Hoffnung, dass die genutzten Dienste sich ausreichend vor fremden Zugriffen schützen.

Auch wenn es manchmal schwer fällt, sollte man gerade im Internet lieber einmal mehr darüber nachdenken, was man alles von sich Preis gibt. Ansonsten muss man sich mit den Gegebenheiten arrangieren oder solchen Diensten fern bleiben.

Weitere interessante Artikel zu dem Thema findet ihr auch hier:

Wie ist denn eure Meinung zu der ganzen Diskussion?

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5 Antworten von “Pseudonym oder Realnamen in sozialen Netzen?”

  1. Benni

    Jul 17. 2011

    Vollkommen richtig!

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  2. Rafael Notjas

    Jul 18. 2011

    Ich habe auch eine große Anzahl an “Onlinefreunden” die zum Teil meinen realen Namen nicht wissen und denen ich ihn auch nicht sagen will (interessieren tuts sie auch nicht xD). In dem Fall wäre es schön, wenn man wählen könnte, welche Kreise den realen Namen und welche nur mein Pseudonym sehen. Genauso ist es mit der Suche. Es ist nunmal so, dass mich die meisten Leute nur mit dem Pseudonym kennen und nach diesem suchen. Finden tun sie aber nichts und so “bist du nicht bei Google+” Ich würde mich einfach freuen über eine Einstellungemöglichkeit und auch findemöglichkeit von Leuten mit deinem “Künstlernamen”. btw: mein Google+ Account wurde geschlossen, weil ich meinen namen folgendermaßen angegeben habe: “Vornamen Künstlernamen(bzw Pseudonym) Nachnamen” Aber schon das entspricht nicht dem was google sich vorstellt. Anders werde ich aber nicht gefunden. Ich bleibe daher G+ erst einmal fern.

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  3. Ich bin gerade dabei, mich als Künstler unter dem Namen Nafets Nuarb bekannt zu machen. Daher bin ich natürlich daran interessiert, mich unter diesem Namen darstellen zu können, alles andere nützt mir wenig. Ich habe kein Problem damit, meinen richtigen Namen mit anzugeben, aber der Name, unter dem ich bekannt werden möchte, ist eben Nafets Nuarb und nicht Stefan Braun. Mir würde es auch nichts bringen, wenn dazu der Künstlername im Pass stehen muss, denn das bekomme ich erst, wenn ich hinreichend bekannt bin (Katze – Schwanz)

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