Google+ Communities und deren Verwendung – Unterschiede bei Profilen, Seiten und öffentlichen Communities

Mittlerweile haben sich die Communities bei Google+ etabliert und viele interessante Communities sind entstanden. Mit der neuen Möglichkeit innerhalb einer “Gruppe” bestimmte Themen zu diskutieren stellt sich nun für viele User die Frage, wie genau und wofür man die Communities nutzen kann.

So habe ich zu dieser Fragestellung auch schon viele Diskussionen gehabt und für mich hat sich in den letzten Wochen ein recht konkretes Bild ergeben, wie man Communities im Verhältnis zum eigenen Profil bzw. zu einer Google+ Seite nutzen kann. Meine Ideen und Vorstellungen hierzu möchte ich nun gerne in diesem Artikel mit euch teilen und würde mich auf eine rege Diskussion – vielleicht in der Community “Google+ Diskussionen” – zu meinen Vorschlägen freuen.

Die nachfolgenden Darstellungen beziehen sich in erster Linie auf öffentliche Communities. Bei privaten Communities ergeben sich viele der unten aufgeführten Fragestellungen nicht.

Informieren – Präsentieren – Diskutieren

Die Überschrift stellt einen Versuch dar, die einzelnen “Beitragsquellen” in Google+ einem Zweck zuzuordnen. Auch wenn eine klare Abgrenzung zwischen Profilen, Seiten und Communities nicht in allen Fällen möglich ist, so lässt sich doch ein Schwerpunkt dieser Ausgangspunkte von Beiträgen definieren.

Informationen Teilen mit dem eigenen Profil

Das persönliche Profil in Google+ dient in erster Linie dazu, sich selbst  bzw. die eigenen Ideen, Meinungen und Interessen mit anderen Usern zu teilen. Hier wird man normalerweise Informationen bereit stellen, von denen man annimmt, dass diese Infos auch andere User interessieren und man schließlich von diesen eingekreist wird. Oft werden wohl diverse Links, Bilder, Bewertungen zu Orten usw. mit anderen geteilt.

Bei den meisten Usern dürfte es so sein, dass sie nicht zwingend versuchen, eine bestimmte Zielgruppe anzusprechen, sondern einfach nur die eigenen Interessen teilen und gleichgesinnte Personen treffen wollen. In diesem Fall weiß man in der Regel auch nicht, auf Grund welcher Beiträge man von anderen Usern eingekreist wird.

Es kann ein bestimmtes Thema sein, über welches man vielleicht häufiger Informationen teilt oder durchaus auch die gesamte Vielfalt der Beiträge, die man teilt. Eventuell wird man auch auf Grund anderer Kriterien wie “Freund”, “Arbeitskollege”, “Vereinsmitglied”, “gleicher Wohnort” usw. eingekreist.

Produkte und Dienstleistungen präsentieren mit der Google+ Seite

Zielgruppe für die Google+ Seiten sind in erster Linie Unternehmen oder Organisationen. Hier geht es darum, bestimmte Produkte, Dienstleistungen oder ganz konkrete Themen darzustellen. Google+ Seiten eignen sich daher auch ganz gut für die Präsenz von Bloggern.

Von einer Google+ Seite erwartet man, dass man gezielte Informationen bekommt, die vom Betreiber der Seite bereit gestellt wird. Werden in einem persönlichen Profil oft Informationen geteilt, die andere bereit gestellt haben, so ist eine Google+ Seite normalerweise der Ort, wo u.a. solche Informationen erstellt werden.

Anders als beim persönlichen Profil, erreicht man mit einer Google+ Seite immer eine Zielgruppe, die sich für die konkrete Themenstellung interessiert. Nur wer sich für die Darstellungen auf der Seite interessiert, wird diese in seine Kreise aufnehmen.

Diskussionen starten in einer Communitiy

Communities sind irgendwo zwischen Profilen und Seiten angeordnet. Einerseits können hier konkrete Themen verfolgt und diskutiert werden, ähnlich wie bei einer Seite. Andererseits hat man selbst die Möglichkeit, zu einem Thema Informationen einzubringen und diese mit anderen zu diskutieren.

Mit einer Community wird ein großes Manko von Seiten behoben. Bisher war es nämlich nicht möglich mit einer Seite direkt zu agieren. Dies war nur über das Kommentieren von Beiträgen möglich, die von der Seite erstellt wurden. So konnte man zum Beispiel keine Fragen an Unternehmen stellen, die dann z.B. als Beitrag auf der Seite erscheinen. Ähnlich, wie das viele Facebook-User gewöhnt sind.

Daher sind Communities gerade für viele Seitenbetreiber durchaus wichtig und bieten viele zusätzliche Möglichkeiten gerade in der Interaktion mit Kunden und Interessenten.

Für den “normalen” Google+ User bietet sich mit den Communities die Möglichkeit, gezielt mit anderen Usern zu ganz konkreten Themen zu diskutieren. Im Gegensatz zum eigenen Profil weiß man hier, dass die Beiträge von den richtigen Adressaten gelesen werden. Denn in einer Community werden sich in erster Linie die User einfinden, die Interesse an dem Thema der Community haben.

Wo teilt man nun welche Beiträge?

Die Frage, die sich viele Nutzer von Google+ mittlerweile stellen ist nun, welche Beiträge man nun im Profil, in einer Seite oder in einer Community teilen sollte. Verbunden oft mit der Frage, ob man bestimmte Beiträge nun doppelt teilen sollte. Die Fragestellung hängt von mehreren Faktoren ab. Stellt man sich diese Frage z.B. als “normaler User” oder als “Seitenbetreiber”. Meine Antwort hierzu ist in der Regel, dass man sich zunächst den Zweck den Beitrags klar machen sollte.

Benachrichtigung zu einem Community-Beitrag

Fragestellungen zum Teilen von Beiträgen aus Sicht eines persönlichen Profils

Verbindet man als normaler User mit einem Beitrag eine Fragestellung, von der man sich erhofft, dass man innerhalb seines Netzwerks eine Antwort bekommt, dann macht es evtl. Sinn, diesen Beitrag in einer entsprechenden Community zu teilen. Möchte man aber nur andere über einen bestimmten Sachverhalt informieren, dann ist es wahrscheinlich zielführender, den Beitrag im eigenen Profil zu teilen.

Wie weiter oben schon erwähnt, lässt sich nicht immer eine klare Abgrenzung definieren. In manchen Fällen kann es durchaus sinnvoll sein, Beiträge an mehreren Stellen zu teilen. Ich würde in diesen Fällen empfehlen, den Beitrag zunächst in der Community zu teilen und diesen Beitrag dann über das eigene Profil zu teilen.

Auf diese Weise erfahren dann auch diejenigen, die mein persönlichen Profil eingekreist haben, dass es eine Community zu einem bestimmten Thema gibt und können sich bei Bedarf dieser Community anschließen.

Beiträge in einer Community erstellen

Wenn man den selbst erstellten Community-Beitrag dann auch noch zeitversetzt teilt, bekommen diejenigen, die sowohl in der Community sind und mich eingekreist haben, den Beitrag nicht zweimal direkt hintereinander in ihrem Stream angezeigt.

Aus meiner Sicht sollte man Communities tatsächlich als Diskussionsmedium nutzen und nicht zum einfachen verteilen von Informationen. So finde ich zum Beispiel Communities nicht wirklich spannend, in denen zum Beispiel die aktuellsten Filme, neuesten Apps oder ähnliches gepostet werden. Diese Informationen kann ich ggf. auch über entsprechende Seiten bekommen. In einer Community würde ich gerne erfahren, wie der Film bei anderen angekommen ist oder welche Erfahrungen andere mit bestimmten Apps gemacht haben.

Fragestellung zum Teilen von Beiträgen aus Sicht eines Seitenbetreibers

Als Seitenbetreiber, der vielleicht eine Community zum Thema der Seite erstellt hat, stellt sich nun auch die Frage, welche Informationen man auf der Seite teilt und welche Infos sinnvollerweise in die Community gehören.

Der Grundgedanke zur Nutzung einer Community sollte aus meiner Sicht auch für einen Seitenbetreiber gelten. In Communities soll diskutiert und Fragen geklärt werden. Auf einer Seite werden die eigenen Produkte, Dienstleistungen oder Services präsentiert.

Golf Community

Die Nutzungsmöglichkeiten von Communities aus Sicht einer Seite sind sicherlich etwas vielfältiger und können nicht allgemeingültig beantwortet werden. So kann es sein, dass man eine Möglichkeit schaffen möchte, dass andere User mit mir als Unternehmen öffentlich in Kontakt treten können. Eine andere Möglichkeit wäre es, einfach nur einen Ort zu schaffen, an dem konkrete Themenstellungen diskutiert werden.

Als Google+ Seite könnte ich mir zum Beispiel Anregungen aus diesen Diskussionen für eigene Beiträge auf meiner Seite holen. Weitere Einsatzmöglichkeiten von Communities wäre die Nutzung als Supportmedium oder sogar für Schulungs- bzw. Tutorialzwecke.

Für Seitenbetreiber, die eine eigene Community betreiben, würde ich sogar empfehlen, nicht zu oft selbst in der Community Beiträge zu erstellen. Zu Beginn kann dies sicherlich noch hilfreich sein, damit Leben in die Community kommt. Aber eigentlich sollte es das Ziel sein, dass andere User Beiträge initiieren und man als Seite dann in die Diskussionen einsteigt. Wobei ich einschränkend erwähnen möchte, dass ich mir noch nicht ganz sicher bin, ob man tatsächlich als Seite tätig werden sollte oder vielleicht doch lieber als Vertreter der Seite mit seinem persönlichen Profil.

Anders als meine Empfehlung zu “doppelten Beiträgen” bei persönlichen Profilen sollten Seitenbetreiber normalerweise nicht zuerst Community-Beiträge erstellen. In der Regel ist der umgekehrte Weg sinnvoller. Man erstellt einen interessanten Beitrag auf seiner Seite und teilt diesen ggf. in der Community. Beim Teilen von eigenen Beiträgen sollte dies aber immer mit einer Fragestellung zur Anregung von Diskussionen verbunden sein.

Hilfreich könnte in diesem Fall noch ein zusätzliche Kommentar unter dem Beitrag auf der eigenen Seite sein. In diesem Kommentar sollte man einfach erwähnen, dass der Artikel auch in einer Community gerade diskutiert wird. So erfahren die Leser der Seite, dass sie neben dem Kommentieren des Beitrags auch noch weitere Möglichkeiten der Diskussion mit anderen Usern haben.

Fazit

Mit den obigen Ausführungen sind sicherlich noch nicht alle Fragestellungen zum Thema  der Nutzung von Profilen, Communities und Seiten geklärt. Erste Anregungen sind aber sicherlich dabei, nach denen man bestimmte Entscheidungen für das eigene Agieren auf Google+ bekommt. Wie schon erwähnt würde ich mich über weitere Hinweise, Fragestellungen und Diskussionen zu diesem Thema freuen (hier geht es zur Community Google+ Diskussionen).

Vielleicht versuche ich mir auch nochmal ein paar Szenarien für ganz konkrete Beispiele zu überlegen und würde diese dann wieder hier vorstellen – ähnlich, wie ich dies vor einiger Zeit mit der Nutzung von Google+ Seiten für Vereine gemacht habe.

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